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Ist das Saarland für Medizinabsolventen attraktiv?
(v.l.n.r.: Bettina Fladung-Köhler, Ann-Kathrin Asen, Sebastian Thul, Dr. Susanne Reichrath, Dr. Josef Mischo, Prof. Dr. Wolf-Ingo Steudel)

 

Gute Veranstaltung – tolle Diskussionen im Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS).

 

Am Mittwoch den 10. Juni hatten die Arbeitsgemeinschaft der SozialdemokratInnen im Gesundheitswesen (ASG) Saar in Kooperation mit den Jusos Saar zu einer Veranstaltung mit dem Titel: „Attraktives Saarland!? Was hält Studierende hier?“ eingeladen. Zum Einstieg beleuchtete Dr. Mischo, Präsident der Saarländischen Ärztekammer, in einem Impulsvortrag das Thema  Ärztemangel im Saarland im Vergleich mit den übrigen Bundesländern:  In den ländlichen Regionen droht ein Ärztemangel, im städtischen Raum zeichnet sich eine Überversorgung ab. Im Saarland kommt aktuell auf 205 Einwohner ein Arzt. Der Anteil der weiblichen Medizinstudierenden ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. Da Frauen eher Teilzeitarbeit bevorzugen , werden daher insgesamt mehr Ärzte zur Bewältigung der selben Arbeit benötigt. Im Saarland werden genügend Mediziner aus verschiedenen Ländern ausgebildet. Tendenziell möchten Studierende nach abgeschlossenem Studium lieber in ihrem Herkunftsbundesland arbeiten und kehren dahin zurück.

 

Seiner Meinung nach kann die Zahl der im Saarland verbleibenden Absolventen gesteigert werden durch:

-einen höheren Anteil von saarländischer Studierenden

-ausgeglichenes Verhältnis zwischen Frauen und Männern bei der Studienplatz vergabe

-Steigerung der Attraktivität ländlicher Regionen.

 

Freya Gassmann (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sportökonomie und Sportsoziologie an der UdS) gab zusätzlich einen Einblick in die erste Absolventenstudie der Universität des Saarlandes (UdS): 60 % der befragten Absolventen würden wieder Medizin im Saarland studieren, 52% fanden ihre erste Anstellung im Saarland. Unzufriedenheit äußerten sie vor allem im Hinblick auf die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im Studium selbst kritisierten die Absolventen die fehlende Möglichkeit zur fachlichen Schwerpunktsetzung, sowie die mangelnde Abstimmung der einzelnen Lehrveranstaltungen untereinander.

 

Es folgte eine engagierte Diskussion der Podiumsteilnehmer:  Dr. Josef Mischo, Dr. Susanne Reichrath, Beauftragte für Hochschulen, Wissenschaft und Technologie der Landesregierung,  Prof. Dr. Wolf-Ingo Steudel, Ärztlicher Direktor des UKS,  Sebastian Thul, MdL und Hochschulpolitischer Sprecher der SPD und Ann-Kathrin Asen, Fachschaftratsvorsitzende am UKS, ergänzt durch Fragen und Beiträge aus dem Publikum. Moderiert wurde von Bettina Fladung-Köhler, stellvertretende ASG-Landesvorsitzende.

 

Frau Dr. Reichrath merkte  an, wenn alle Studierenden der Medizin später im Saarland bleiben würden,  wäre das Saarland sogar überversorgt. Das Land Sachsen-Anhalt knüpfe die Vergabe von  Stipendien daran , dass die Studierenden später im Land arbeiten. Sie stellte auch die vorgesehene Änderung der Aufteilung des Praktischen Jahrs in Quartale unter Einbezug eines verpflichtenden Quartals in der Allgemeinmedizin vor.

 

Prof. Dr. Steudel bezog sich auf die Änderung der veränderten Einstellung der Ärzte, Sie wollen weniger Berufsbelastung, weniger Arbeitszeit, mehr Teilzeitmöglichkeiten. „Die jungen Leute wollen ein sorglos Paket“ Das Universitätsklinikum muss attraktiv für das Praktische Jahr und die Promotion sein/ werden.

 

Sebastian Thul sieht den Ärztemangel noch nicht, er sieht jedoch, dass die angehenden Ärzte viel Wert auf Soft Skills legen.

 

Ann-Kathrin Asen bestätigt, dass das UKS attraktiver werden muss. Dafür müsse die Qualität der Lehre verbessert werden. Sie setzte sich u.a. für eine Bezahlung im Praktischen Jahr in Form einer Aufwandsentschädigung ein um mehr Studierende im Land zu halten.

 

Andere anwesenden Studierenden kritisierten die Lehre am UKS. Es bestünde aus ihrer Sicht keine Bereitschaft die Lehre zu verbessern.

 

Es war eine rundumgelungene Veranstaltung im Sinne eines offenen Austausches und mit konkreten Vorschlägen.

Die Jusos und ASG Saar nehmen die Ideen und Anregungen, insbesondere der Studierenden, ernst und werden sie in ihre weiteren Überlegungen mit einbeziehen.

 

 

Attraktives Saarland!?

Was hält Studierende hier?

 

Dem Saarland droht zunehmend ein Ärztemangel, obwohl das Saarland über den Bedarf hinaus Medizinstudierende ausbildet. Viele Studierende verlassen das Saarland nach dem Studium der Humanmedizin oder, seit der Änderung der Approbationsordnung, schon während des Studiums zum Praktischen Jahr.

 

Wie können wir diese Studierende im Land behalten? Kommen Sie vorbei und diskutieren Sie mit!

 

Wann: Mittwoch 10 Juni 2015 um 18:15

Wo: Universitätsklinikum des Saarlandes, im Hörsaal der Kinder und Frauenklinik Geb. 9 in Homburg

 

Impulsvortrag:
Dr. med. Josef Mischo (Präsident der Saarländischen Ärztekammer)

 

Teilnehmer:

Dr. Susanne Reichrath (Beauftragte für Hochschulen, Wissenschaft und Technologie)

Prof. Dr. Wolf-Ingo Steudel (Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikum des Saarlandes)

Sebastian Thul (Landtagsabgeordneter, SPD)

Ann-Kathrin Asen (Vorsitzende des Fachschaftsrates Humanmedizin)

 

Moderation:

Bettina Fladung-Köhler (stellv. Landesvorsitzende der ASG)

     

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