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Krise im solidarischem Gesundheissystem:
Volles Haus, mit interessanten Diskussionen
Unser Podium: (v.l.n.r.) Bettina Fladung-Köhler, Dr. med. Philipp Lehrke, Martin Nicolay, Paul Staut, Dr. med. Maria Blatt-Bodewig, Dr. med. Thomas Spies

Geld oder Leben?

 

Die Veranstaltung eröffneten Sabina Hartnack und Petra Berg (MdL). Dabei ging Petra Berg ging dabei vor allem auf die Zwei-Klassen Medizin unseres Versicherungssystem ein und forderte die Bürgerversicherung.

 

Dr. med. Philipp Lehrke stellte im Impulsreferat sein Praxismodell vor. Dabei ist er kassenärztlich tätiger ärztlicher Psychotherapeut und privatärztlicher Homöopath. Dadurch kann er sich in der Homöopathie viel Zeit für die Patienten nehmen, dies ist in der kassenärztlichen Tätigkeit ebenso möglich, wobei hier jedoch zeitliche Beschränkungen bestehen. Er stellte anhand der zeitintensiven homöopathischen Krebsbehandlung, welches seinen Praxisschwerpunkt darstellt, verschiedene Behandlungsmöglichkeiten dar.

 

Paul Staut, Pflegedirektor des Universitätsklinikum des Saarlandes, kritisierte, dass meistens an den Personalkosten gespart wird. Die Personalkosten betragen ca. 70 % des Krankenhausbudgets. Deswegen fordert er einen Personalbemessungsquotienten.

 

Dr. med. Thomas Spies, MdL in Hessen und stellv. Bundesvorsitzender der ASG, stellte die wichtige Funktion der gesetzlichen Krankenkassen für die Gesundheitsstruktur dar. Die privaten Kassen sind nur ein kleiner Teil und stören die Gesundheitsversorgung mehr, als dass sie ihr hilft. Dann ging er auf das Fallpauschalsystem ein. Dieses sei vor einigen Jahren als Sparinstrument eingeführt worden. Dies war auch für vier Jahren erreicht, jetzt würde dieses System nur hindern. Um die Pflege zu verbessern brauchen wir gesetzliche Pflegestandards, die nicht unterschritten werden dürfen.

Er kritisiert, dass Krankenhäuser immer mehr zu Wirtschaftsbetriebe werden. Durch z.B. die IgeL wird die Haltung zum Geld verändert, dass Geld ist wichtiger als der Patient. Die Medizinstudenten müssen besser sozialisiert werden. Zusätzlich brauchen die Kassenärztlichen Vereinigungen eine Kontrolle durch das Land, um eine faire Bezahlung der Ärzte zu sichern.

 

Dr. med. Maria Blatt-Bodewig, Chefärztin der Palliativmedizin der Caritasklinik, berichtete, dass nun auch die Fallpauschale in der Palliativmedizin angekommen sein. Die Dokumentation steht im Vordergrund. Der Berufsstand wird deformiert. Früher war alles zum Wohl des Patienten, jetzt sind wirtschaftliche Faktoren wichtig. Durch dieses System werden die Angestellten psychisch belastet.

 

Martin Nicolay, Berater der unabhängigen Patientenberatung, spricht sich für eine Erweiterung des Leistungskatalogs der Krankenkassen aus. Einige Patienten denken, dass die Ärzte nur Geld verdienen wollen, andere haben große Erwartungshaltungen. Er spricht sich für die Veränderung der Grundstimmung aus.

Einladung zur Veranstaltung

Viele Krankenhäuser schreiben rote Zahlen, deshalb müssen sie vermehrt sparen.

Wie können Einsparungen umgesetzt werden, ohne die Patientenversorgung zu verschlechtern?
Wieviel ist uns unsere Gesundheitsversorgung wert? 

 

Das Ziel nachhaltig und sinnvoll am Patienten orientierten Einsatzes medizinischer und finanzieller Mittel steht den Fallpauschalen des DRG (Diagnosis Related Grouos) System gegenüber. Ein unüberbrückbarer Gegensatz? Oder führt das DRG System tatsächlich zu einer besseren Versorgung?
Verliert die sprechende Medizin aus wirtschaftlichen Gr
ünden an Bedeutung gegenüber der Apparatemedizin?

Belasten die geforderten Dokumentations- und Abrechnungsmodalitäten das medizinische Personal und die Verwaltung zusätzlich, ohne den Patienten Vorteile zu bringen? Oder stärkt dies gerade die Position des Patienten?

 

Die Patientenzahl steigt, vor allem in der Gruppe der multimorbiden alten Patienten. Trotzdem werden Betten in den Krankenhäusern abgebaut, zusätzlich wird vermehrt in der Pflege gespart. Sind die Krankenhäuser nicht ausgelastet? Oder geschieht dies aus rein wirtschaftlichen Überlegungen?

 

Um die optimale Behandlung für Patienten zu gewährleisten, sind Qualitätssicherungen wie z.B. der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) eingeführt worden. Führt dies nur zu zusätzlicher Bürokratie, oder auch zu besserer Versorgung?

 

Ist durch die Zwei-Klassenmedizin mit privaten und gesetzlichen Krankenkassen die Gesundheit vom Geldbeutel abhängig und somit das Solidarprinzip aufgeweicht?

 

Befindet sich unser solidarisches Gesundheitssystem in einer Krise? Welche Handlungsbedarfe sehen Sie?

 

Kommen Sie vorbei und dikutieren Sie mit!

 

Wann: Mittwoch 10.09.2014 18 Uhr

Wo: Restaurant des Landtages, Franz-Josef-Röder-Str. 7, 66119 Saarbrücken

 

Begrüßung:

Dr. med. Sabina Hartnack: Landesvorsitzende der ASG

Petra Berg: MdL und Parlamentarische Geschäftsführerin

 

Impulsreferat:

Dr. med. Philipp Lehrke: Arzt in eigener Praxis in Freiburg

 

Podiumsdiskussion:

Dr. med. Thomas Spies: MdL in Hessen und stellv. Bundesvorsitzender der ASG

Dr. med. Maria Blatt-Bodewig: Chefärztin Palliativmedizin | Caritasklinik

Herr Paul Staut: Pflegedirektor | Universitätsklinikum des Saarlandes

Herr Martin Nicolay: Berater der unabhängigen Patientenberatung (UPD)

 

Moderation:

Bettina Fladung-Köhler: stellv. Landesvorsitzende der ASG

     

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